10. Forum Diakoniewissenschaft am 8. November 2013

„Was ist gutes Diakoniemanagement?“

IDM-Forum mit 150 Gästen. Abschiedsvorlesung von Professor Dr. Udo Krolzik. Wichernpreis an Dr. Hendrik Höver verliehen.

Bielefeld. Professor Dr. Udo Krolzik hat das Diakoniemanagement in Theorie und Praxis geprägt. Jetzt hielt er seine Abschiedsvorlesung beim Forum Diakoniewissenschaft in Bethel. Außerdem bekam Dr. Hendrik Höver den Wichernpreis verliehen.

Knapp 150 Wissenschaftler und Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet reisten am Freitag, 8. November, nach Bielefeld ins „Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement“ (IDM) der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Das Thema beim diesjährigen IDM-Forum war: Was ist gutes Diakoniemanagement?

Zu den Referenten gehörte Professor Krolzik. Der heute 65-Jährige studierte zunächst Theologie und Betriebswirtschaft in Hamburg und Edinburgh, promovierte 1984 und ist seit 1988 Pastor. 1993 berief ihn der Verwaltungsrat des Evangelischen Johanneswerks als Theologisches Mitglied in den Vorstand. Von 1996 bis 2008 leitete er das Johanneswerk als dessen Vorstandsvorsitzender. Krolzik engagierte sich besonders auf dem Gebiet der Ethik und förderte den intensiven Dialog über Menschenwürde und Lebensschutz. Außerdem forcierte er die Vernetzung diakonischer Arbeit auf europäischer Ebene und begann mit der „Quartiersnahen Versorgung“ des Johanneswerks.

Krolzik war auch Verwaltungsratsvorsitzender des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche von Westfalen, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbands (DEKV) und Vorsitzender des Vorstands der „Internationalen Konferenz theologischer Mitarbeitender in der Diakonie“.

Der Theologe blieb immer der Wissenschaft verbunden. 1997 habilitierte er und lehrte als Dozent an der Universität Hamburg und an der kirchlichen Hochschule Bethel. Von 2008 bis 2012 war er Direktor der Bundesakademie für Kirche und Diakonie und Vorstandsvorsitzender der Führungsakademie für Kirche und Diakonie in Berlin. Gleichzeitig übernahm er die Professur für Systematische Theologie am IDM in Bielefeld, das er von 2008 bis 2013 als Direktor leitete.

 

Verleihung des Wichern-Preises

Beim diesjährigen IDM-Forum wurde außerdem zum 14. Mal der „Johann-Hinrich-Wichern-Preis“ verliehen. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis ist von der Stiftung Alfred Jäger für Diakonie in Verbindung mit großen Trägern der Diakonie in Deutschland gestiftet und wird für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen, die sich praxisbezogen mit Unternehmensstrukturen in Kirche und Diakonie beschäftigen.

     

Preisträger 2013 ist der Theologe und Ökonom Dr. Hendrik Höver. Der 34-jährige wuchs in Detmold auf, lebt und arbeitet heute in Hamburg. Den Wichernpreis erhielt er für seine mit „summa cum laude“ ausgezeichnete Dissertation „Entscheidungsfähigkeit in pluralistischen Organisationen - Rekonstruktion von Entscheidungsmustern eines diakonischen Unternehmens“.

 

Würdigung der Masterarbeiten

Die Absolventen im Masterstudiengang sind Christhard Greiling, Ludger Langen, Corinna Lee, André Neumann, Tomas Sakas und Ulrich Schülbe.

Besonders gewürdigt wurde die Masterarbeit von Pfarrerin und Kommunikationswirtin Corinna Lee; die Arbeit ist durch die Relevanz des Themas, die Qualität der systematischen Bearbeitung und durch das erkennbare innere Engagement der Autorin aufgefallen. Sie trägt den Titel „Werte in der internen Kommunikation diakonischer Unternehmen bei Mitarbeitenden und Führungskräften am Beispiel des Diakoniewerkes Gelsenkirchen und Wattenscheid e.V.“.

Corinna Lee ist Leiterin des Bereiches Kommunikation im Diakoniewerk Gelsenkirchen und Wattenscheid. Sie untersuchte, was konkret die Erwartungen von Führungskräften und Mitarbeitenden an die interne Kommunikation sind. Lee unterscheidet zwischen einer instrumentellen, d.h. informativen und einer sozialen Funktion von Kommunikation. Die Erwartungen der Mitarbeitenden richten sich vor allem auf die soziale Funktion und die immateriellen Unternehmensziele. Zentrale Kommunikationswerte sind aus Sicht von Corinna Lee Vertrauen, Achtsamkeit, Empathie und Konfliktfähigkeit. Diese und andere Werte haben eine besondere Bedeutung für die interne Kommunikation in diakonischen Unternehmen und müssen entsprechend gepflegt, gestaltet, strukturiert werden. Auf diesem Hintergrund plädiert die Autorin für ein Wertemanagement in diakonischen Unternehmen.

„Corinna Lees Arbeit ist umfassend theoretisch fundiert und zugleich empirisch durch Experteninterviews untermauert. Die Autorin erarbeitet ein eigenes, neuartiges Konzept und kommt damit den Erwartungen des IDM an kreatives, engagiertes wissenschaftliches Arbeiten nahe. Beide Gutachter bewerten die Arbeit mit der Note Sehr gut (1,3)“, sagte Prof. Dr. Martin Büscher.

Fotos: Alexander Kröger (AKPR, Bünde)

Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement

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