5. Forum Diakoniewissenschaft am 6. November 2009

und Diakoniewissenschaftliche Tagung

„Führungsübergänge in historischer und aktueller Perspektive“

Mit einer bundesweiten diakoniewissenschaftlichen Tagung hat am 3. und 4. November 2008 in Bielefeld das neue Institut für Diakoniewissenschaft seine Arbeit aufgenommen. Aufgabe der Aufbaustudiengänge in Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement sei es, eine neue Generation von Diakonie-Führungskräften auszubilden, sagte der Gründungsdirektor Prof. Dr. Udo Krolzik.

Um in Zeiten der Globalisierung bestehen zu können, sei auch in der Diakonie ein stärkeres Zusammenwachsen zu größeren Verbünden notwendig, unterstrich Krolzik in seiner Antrittsvorlesung. Ein größerer «Flottenverband» brauche aber auch effektive Führungsstrukturen.

Referenten und Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Diakonieunternehmen hatten zuvor zu einer besseren Nachwuchsförderung im Management der Diakonie aufgerufen.

Die Unternehmerin Dr. theol. Stella A. Ahlers mahnte einen besseren Wissenstransfer zwischen ausscheidenden und nachfolgenden Führungskräften an.

Der Vorstand der Stiftung Kreuznacher Diakonie, Dietrich Humrich, sprach sich für eine gemeinsame Personalplanung bei Führungskräften diakonischer Unternehmen aus.

Der Direktor der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg und Privatdozent für Systematische Theologie der Kirchlichen Hochschule, PD Dr. Hanns-Stephan Haas, mahnte neue Perspektiven bei der Personalentwicklung für Kirche und Diakonie an. Die kirchliche Jugendarbeit müsse nicht nur wiederbelebt, sondern auch ausgeweitet werden.

Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl, Universität Bielefeld, hatte zu Beginn des Forums in seinem historischen Hauptreferat über die Leitungsprobleme des Rauhen Hauses von seiner Gründung unter Johann Hinrich Wichern 1833 bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts referiert.

Mit dem diesjährigen Johann-Hinrich-Wichernpreis der Diakonie wurde zum Abschluss der Tagung der Heidelberger Soziologieprofessor Dr. Helmut K. Anheier ausgezeichnet. Er erhielt den mit 15.000 Euro dotierten Preis für seine internationale Non-Profit-Forschung, die seit kurzer Zeit am Centre for Social Investment an der Universität Heidelberg einen europäischen Standort gefunden hat. Wie der Theologe und Unternehmensberater Prof. Dr. Alfred Jäger in seiner Laudatio erläuterte, sei damit die Grundlage zur Erforschung eines weitgehend unerschlossenen Bereichs gelegt worden. Mit der Auszeichnung, die der Diakoniepräsident Klaus-Dieter Kottnik überreichte, werden Menschen gewürdigt, die sich um Belange der Diakonie verdient gemacht haben.

Der neue bundesweit erste Studiengang zum Doktor der Diakoniewissenschaft ist Anfang November mit 16 Teilnehmenden gestartet. Der fünfte Kurs des Masterstudiengangs DiakonieManagement hatte bereits im Oktober 2008 begonnen. In dem Aufbaustudium werden Leitungskräfte mit mindestens dreijähriger Praxiserfahrung und diakonierelevanten (Fach-)Hochschulabschlüssen wie Theologie, Betriebswirtschaft, Jura oder Sozialarbeit zu Diakoniemanagern qualifiziert.

Sitz des Instituts ist der Bielefelder Standort der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. Träger der gemeinsamen KiHo sind die rheinische und die westfälische Landeskirche sowie die von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel.

Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement

Bethelweg 8 • 33617 Bielefeld • Tel. 0521 144-3948 • E-Mail