13. IDM-Forum am 04.11.2016:
In religiöser Vielfalt diakonisch führen

Auf dem Foto sind die Gastreferenten und Organisatoren der Fachtagung, von links: Halil Karacayli (Bethel.regional), Prof. Dr. Martin Büscher (I

Auf dem Foto sind die Gastreferenten und

Organisatoren der Fachtagung, von links: Halil Karacayli (Bethel.regional),

Prof. Dr. Martin Büscher (IDM), Dr. Dorothee Steiof (Caritasverband der

Diözese Rottenburg-Stuttgart), Prof. Dr. Dierk Starnitzke (Diakonische

Stiftung Wittekindshof), Monika Rühl (Lufthansa), Prof. Dr. Beate Hofmann

(IDM) und Prof. Dr. Matthias Benad

Neue Profilbildung notwendig

Bielefeld. Mehr als 100 Fachleute und Wissenschaftler aus ganz Deutschland besuchten das Forum Diakoniewissenschaft im Assapheum in Bethel. Sie diskutierten Herausforderungen im Blick auf die kulturelle und religiöse Integration von Mitarbeitenden.

Die Bevölkerungsstruktur ändert sich: Sie wird durchschnittlich älter sowie zunehmend kulturell und religiös vielfältiger. Das spüren auch diakonische Unternehmen bei der Personalsuche. Beim 13. Forum Diakoniewissenschaft sprach dazu unter anderem Monika Rühl, Leiterin Corporate Social Responsibility von der Deutschen Lufthansa AG. Angesichts des demografischen Wandels warnte sie vor einem sich zuspitzenden Personalmangel in diakonischen Berufsfeldern.

Am Beispiel der Lufthansa beschrieb sie Maßnahmen, wie durch gezieltes Personalmanagement kulturell und religiös unterschiedliche Mitarbeitende im Unternehmen erfolgreich integriert würden. Ihrer Meinung nach hat es der Luftfahrtkonzern einfacher als manch andere Unternehmen: „Wer bei einer Fluggesellschaft arbeitet, bringt Offenheit, Toleranz und Neugierde an verschieden Kulturen meist schon mit sich."

Auch für diakonische Unternehmen empfahl sie eine „Kultur der Vielfalt" und mehr interkulturelle Kompetenzen bei den Mitarbeitenden. Rühl: „Die Mitarbeiter-Vielfalt erhöht sich und muss gemanagt werden, wenn Organisationen nicht Produktivität verringern möchten, die durch Missverständnisse und Unverständnis füreinander entstehen können."

Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement • Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel

Bethelweg 8 • 33617 Bielefeld • Tel. 0521 144-3948 • E-Mail: mail@diakoniewissenschaft-idm.de

Mehr als 100 Wissenschaftler und Führungskräfte diskutierten beim IDM-Forum über religiöse Vielfalt in der Diakonie.

Mehr als 100 Wissenschaftler und Führungskräfte

diskutierten beim IDM-Forum über religiöse Vielfalt in der Diakonie.

Bei einer Podiumsdiskussion zu religiöser Vielfalt in der diakonischen Arbeit berichtete Professorin Dr. Beate Hofmann vom veranstaltenden Bielefelder Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM), dass bereits jetzt in diakonischen Unternehmen zunehmend Mitarbeitende ohne Kirchenmitgliedschaft arbeiten.

Das bestätigte Professor Dr. Dierk Starnitzke. Der Theologische Vorstand von der Diakonischen Stiftung Wittekindshof berichtete Erfahrungen vom Prozess der religiösen Diversifizierung und Identitätssuche in der diakonischen Einrichtung. „Der Dialog muss unter möglichst breiter Mitarbeiterbeteiligung in der eigenen Einrichtung geführt werden, denn wir werden um die Aktualisierung unseres Leitbildes nicht herumkommen", sagte er.

„Wir müssen den Prozess proaktiv angehen", betonte ebenfalls Dr. Dorothee Steiof von der Stabsstelle Caritastheologie und Ethik beim Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie begleitete ein Projekt mit interreligiösen Teams in Einrichtungen der Caritas. Steiof: „Christliche Identität muss eine vielfältige Identität werden auch in unseren Einrichtungen."

Von den Erfahrungen als muslimischer Mitarbeiter in einer christlich geführten Einrichtung erzählte Halil Karacayli, der Bereichsleiter in Bethel ist. Er empfahl eine „Enttabuisierung" des Themas und berichtete von guter Zusammenarbeit innerhalb der Mitarbeiterschaft, unabhängig von der religiösen Herkunft.

Außerdem gab es bei der Fachtagung mehrere Arbeitsgruppen mit Good-Practice-Beispielen aus Deutschland, Indonesien und Tansania zur Zusammenarbeit in kultureller, religiöser und weltanschaulicher Vielfalt.

Traditionell endete die Fachtagung beim IDM in Bielefeld mit der Würdigung von Masterarbeiten und Promotionen aus Diakoniewissenschaft und -management.

Mehr als 100 Wissenschaftler und Führungskräfte diskutierten beim IDM-Forum über religiöse Vielfalt in der Diakonie.

Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement

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Mehr als 100 Wissenschaftler und Führungskräfte diskutierten beim IDM-Forum über religiöse Vielfalt in der Diakonie.