»Gemacht wird, was refinanziert ist?!« Bericht vom 14.Forum Diakoniewissenschaft

„Gemacht wird, was refinanziert ist?!“

Diakonische Einrichtungen können von Sozialunternehmen lernen

ak-2017-idm-forum

Rund 130 Wissenschaftler und Führungskräfte diskutierten beim Forum Diakoniewissenschaft. Auf dem Foto sind Gastreferenten und die Organisatoren der Fachtagung, von links: IDM-Direktorin Prof. Dr. Beate Hofmann, Ingo Dreyer (Verband Diakonischer Dienstgeber Deutschland), Prof. Dr. Udo Krolzik (IDM), Dr. Hendrik Höver (IDM), Patrick Ruf (BonVenture), Prof. Dr. Karin Kreutzer (EBS Universität) und Prof. Dr. Martin Büscher (IDM) WEITERE FOTOS vom IDM-Forum gibt es honorarfrei auf Anfrage: a.kroeger@akpr.de

Bielefeld. Vom 14. Forum Diakoniewissenschaft in Bethel kommen deutliche Botschaften. Führungskräfte in der Diakonie wollen mehr soziales Unternehmertum fördern. Außerdem sollen sich Unternehmerpersönlichkeiten innerhalb diakonischer Organisatonen besser entfalten können.

Rund 130 Fachleute, Manager und Wissenschaftler aus Deutschland beteiligten sich an der Fachtagung im Assapheum am Bethelplatz. Das Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement (IDM) der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel hatte bereits in der Einladung eine provokante Formulierung gewählt: Gemacht wird, was refinanziert ist?! Neue Finanzierungsmodelle und soziales Unternehmertum in der Diakonie.

„Das hat Diskussionen angeregt über alternative Finanzierungsformen abseits der klassischen Refinanzierung in der Diakonie“, berichtet Dr. Hendrik Höver vom IDM, der gemeinsam mit Professor Dr. Udo Krolzik das diesjährige Forum thematisch vorbereitete.

Während des Forums wurde bei den Diskussionen deutlich, wie schwer und herausfordernd es für diakonische Einrichtungen ist, neue Wege zu gehen. Krolzik: „Fraglich war, ob sich Sozialunternehmer in den klassischen Strukturen einer großen Einrichtung entwickeln können oder ob sie die Unternehmen verlassen müssen.“

Beispielsweise beschrieb Professorin Dr. Karin Kreutzer von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden in ihrem Redebeitrag die Chancen und Grenzen von Sozialunternehmertum. Und der Investment-Analyst Patrick Ruf von BonVenture aus München erklärte anhand von Beispielen, wie privates Kapital als Finanzierungsquelle in die Sozialwirtschaft einfließen kann. „Wir sind davon überzeugt, dass es viele Ideen und Geschäftsmodelle gibt, die mit privaten Kapital gefördert werden können“, sagte er.

Unternehmerin Rose Volz-Schmidt aus Hamburg gründete die gemeinnützige Gesellschaft „wellcome“, das zu den sogenannten Social Franchise Pionieren in Deutschland gehört und Angebote für Familien entwickelt. Zuvor arbeitete die gelernte Sozialpädagogin viele Jahre für eine diakonische Einrichtung. Doch ihre Idee familienunterstützender Angebote ließ sich innerhalb dieser Einrichtung nicht weiter entwickeln, weil das finanzielle Risiko und die unternehmerische Wachstumsstrategie ein kirchlich verfasstes Werk nicht akzeptieren kann.

Während der Tagung beschrieb Volz-Schmidt, mit welchen Hindernissen sie in ihrer Gründerzeit konfrontiert war und wie sie als Social Entrepreneur ihre Geschäftsidee finanzierte und gleichzeitig bürgerliches Engagement förderte. Heute sind nach eigenen Angaben rund 250 wellcome-Teams in 14 Bundesländern sowie in Österreich und in der Schweiz aktiv.

„Etablierte diakonische Einrichtungn können von Sozialunternehmen, die oft ähnlich kleiner Startups agieren, lernen“, ist Hendrik Höver überzeugt. Dazu gehöre, in der eigenen Organisation die Voraussetzungen zu schaffen, damit sich Unternehmerpersönlichkeiten mit ihren Ideen entfalten können.

Professor Krolzik empfiehlt Führungskräften: „Bedarfe wahrzunehmen und gemeinsam mit den Mitarbeitenden Projekte zu entwickeln. Die Topebene muss sich das Sozailunternehmertum zu eigen machen, ohne die geht´s nicht, aber möglichst viele Mitarbeitende sollten beteiligt werden.“

Im Rahmen des Forums gab es auch eine feierliche Würdigung der vom Institut für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement betreuten Masterarbeiten und Promotionen. IDM-Direktorin Professorin Dr. Beate Hofmann und Professor Dr. Martin Büscher übergaben die Urkunden zum Doktor der Diakoniewissenschaft (Dr. Diac) an Ronald Dossi, Christian Geyer, Frank Gutzmann, Ute Kahle, Thomas Ostrau, Udo Polenske, Roland Schöttler und Armin Vohr.

Weitere Infos:  www.diakoniewissenschaft-idm.de

 

foto moos

Heidelberger Systematiker Thorsten Moos als Nachfolger von Matthias Benad berufen

Das Kuratorium der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel hat den Heidelberger systematischen Theologen PD Dr. Thorsten Moos auf den Lehrstuhl für Diakoniewissenschaft berufen. Thorsten Moos hat den Ruf angenommen und wird ab Dezember 2017 seine Tätigkeit in Bielefeld aufnehmen. Dr. Moos leitet bei der Forschungsstelle der Ev. Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg den Arbeitsbereich “Religion, Recht, Kultur” und habilitierte sich an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg 2017 mit einer Arbeit über “Krankheit als Thema der Theologie”. Dr. Moos studierte zudem Naturwissenschaften (Physik und Mathematik) und ist Mitglied des Präsidiums des Deutschen Ev. Kirchentages (DEKT).

MB, 18/10/2017

International Conference for PhD-Students on Research in Diaconia / Internationale Konferenz für PhD-Studierende der Diakoniewissenschaft

Vom 21.-22.Juni 2017 lud das IDM, Kirchliche Hochschule Wuppertal/Bethel, zu einem internationalen Erfahrungsaustausch unter PhD-Studierenden der Diakoniewissenschaft nach Bielefeld ein. In diesem inspirierenden Rahmen präsentierten die Teilnehmenden aus Norwegen, Dänemark, der Schweiz, Namibia, Indonesien und Deutschland ihre Forschungsergebnisse und diskutierten unterschiedliche Zugänge zur Diakonie als Wissenschaft.

Die Teilnehmerin Irene Preuß hat dazu einen englischsprachigen Bericht verfasst, den Sie auf folgendem Link abrufen können: Bericht_International_Conference_Irene_Preuß

Außerdem können Sie einige bildliche Eindrücke der Veranstaltung mit den folgenen Fotos gewinnen:

gruppenbildposterpresentation with stiffoss hanssen dn eurichposterpresentationintensive Diskussion

„Herausforderung Inklusion“ – 5. Diakoniewissenschaftliche Konsultation in Wuppertal

„Herausforderung Inklusion“ – unter dieser Überschrift fand am 9. Oktober 2017 die 5. Diakoniewissenschaftliche Konsultation in Wuppertal statt. Die Konsultation ist eine Kooperation zwischen der Diakonie Wuppertal und der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel und wird vom Förderverein der Hochschule finanziell unterstützt. Nach der Begrüßung durch den amtierenden Prorektor Prof. Büscher und einer Einführung durch die Direktorin des Instituts für Diakoniewissenschaft und DiakonieManagement, Prof. Beate Hofmann, entwickelte der Dresdner Professor Ulf Liedke „Inklusion als Herausforderung für theologisches Denken“. Er entwickelte in seinem Vortrag Inklusion als Kommunikations- und Relationsbegriff und reflektierte theologische und ethische Perspektiven. Nach einer lebhaften Diskussion folgten drei Impulse aus Praxis und Forschung. Pfarrerin Christine Stoppig stellte die Arbeit der Aktion Menschenstadt, des Behindertenreferats des Kirchenkreises Essen vor, Stefan Pauls, Geschäftsführer der Lebenshilfe Wuppertal gab einen Einblick in die Berufswünsche und Träume von Mitarbeitenden der Werkstätten der Lebenshilfe. Ute Kahle präsentierte schließlich Ergebnisse ihrer Dissertation zu den Herausforderungen, die Inklusion an die Organisationen der Eingliederungshilfe stellt. Die intensiven Gespräche wurden nach der Schlussdiskussion bei einem Imbiss fortgesetzt.

Soeben erschienen: “Diakonische Unternehmen multirational führen” (Reihe Diakoniewissenschaft/Diakoniemanagement, Bd. 10)

Diakonische Unternehmen multirational führen
Grundlagen – Kontroversen – Potentiale

Herausgegeben von Prof. Dr. Beate Hofmann und Prof. Dr. Martin Büscher
2017, 356 S., brosch., 69,– €, ISBN 978-3-8487-4405-3
(Reihe Diakoniewissenschaft/Diakoniemanagement, Bd. 10)
http://www.nomos-shop.de/30414

FLYER_Diakonische Unternehmen multirational fuehren

Gäste im Feuerwehrservicezentrum – Internationale Studenten informieren sich

Kreis Unna. Internationaler Besuch im Feuerwehrservicezentrum: Dezernent Dirk Wigant, der Fachbereichsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Ferdinand Adam und Kreisbrandmeister Ulrich Peukmann begrüßten 17 DiakonieManagement-Studenten aus Afrika und Asien in Unna und informierten sie über den Bevölkerungsschutz.

DiakonieManagement-Studenten aus Afrika und Asien informierten sich im Feuerwehrservicezentrum über professionelle Einsatzabläufe. Foto: Kreis Unna

„Die Studierenden sehen hier, wie eine Feuerwehr organisiert ist und Einsätze im Hinblick auf  Organisation und Logistik hochprofessionell ablaufen“, erläutert Prof. Dr. Martin Büscher, Stellvertretender Direktor des Instituts für Diakoniewissenschaften und DiakonieManagement der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel.

Die acht Studentinnen und neun Studenten zwischen 30 und 45 Jahren kommen aus Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo, Indonesien, Namibia, Ruanda, Südafrika, Sri Lanka und Tansania. Sie alle sind Kirchenleute mit Leitungserfahrung und nutzen den europäischen Master-Studiengang als Karrieresprungbrett. Bei Exkursionen erfahren sie, wie Leitungshandeln in der Praxis umgesetzt wird.

Nach einem allgemeinen Überblick lernten die Studenten das Feuerwehrservicezentrum bei einem Rundgang kennen. Bei einem Besuch der Atemschutzübungsstrecke gewannen sie einen Eindruck von den extremen Bedingungen, unter denen die Feuerwehrleute im Ernstfall schnellstmöglich und besonnen handeln müssen. Außerdem wurde ihnen das System der im Oktober beim Kreis Unna gestarteten Rettungs-App und ein besonderer Einsatz im Hinblick auf Organisation und Logistik in der Praxis vorgestellt. PK | PKU

Verleihung des Wichern-Preises 2017

Der Wichernpreis wird auf Initiative von Alfred Jäger, Prof. für systematische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Bethel, seit 1998 vergeben.

Wichernpreis 2017_Rede Preisverleihung